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 Ist Monotheismus gewaltbereiter als Polytheismus?

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Fufu!
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BeitragThema: Ist Monotheismus gewaltbereiter als Polytheismus?   29/1/2013, 8:26 pm

Ich möchte hier eine etwas schwierige aber wie ich finde auch interessante Debatte anregen.
Nämlich ob der EIngottglaube höhere Tendenzen zur Gewalt als der Vielgottglaube hätte.
Damit möchte ich keine Hexenjagd veranstalten sondern eine tatsächliche Diskussion anregen.
Die abrahamitischen Religonen (Judentum, Islam, Christentum) sind in ihrer Geschichte kirchlich und wohl auch völkisch von einer gewissen Intoleranz geprägt. Diese richtet sich nicht nur nach Aussen gegen die so genannten Heiden und den Götzenglauben, geprägt durch die Ideologie des einen wahren Gottes dessen Namen und Ruhm verbreitet und verteidigt werden müsse, bis hin zur Tilgung der Ungläubigen was im weitesten SInne als Auftrag der Kirche verstanden wurde. Er wurde ebenso intern gegen Häretiker (Ketzer) und Aposanten (Abtrünnige) gerichtet. Der Glaube wurde also im eigentlich nicht als frei verstanden sondern als Zwang betrachtet dessen Durchsetzung ein heiliger Akt war. Diese erfuhren nicht nur kirchliche Verfolgung sondern ebenso soziale Ausgrenzung.
Die kirchlichen Prozesse werden jedoch oftmal fehlgedeutet und stellen im eigentlichen den Vorläufer des modernen Rechtssystem dar, samt Anhörung und der Möglichkeit zur Verteidigung. Wie gerecht ein solcher Prozess solch eines Proto-Gerichts gewesen sein muss, sei allerdings dahingestellt, da in solchen Zeiten das Verhör durch Folter durchaus nichts ungewöhnliches war und ich stelle in Frage ob solche Gewaltwirkungen wirklich eine kirchliche Erfindung waren, oder ob diese in die Gebräuche des Staatsystems integriert wurde.
Jesus von Nazareth selbst lehrte den Pazifismus und sogar die Feindesliebe, allerdings darf man nicht vergessen dass vor allem das junge Christentum sehr sektiert war. Die Religionsausübung wurde sogar gewaltsam verfolgt, dafür braucht es also wohl keine Kirche, was wohl massgeblich zum Glaubensbild des Satans durch die Unterdrückung der persönlichen Freiheit und dadurch auch den messianischen Glauben am unausweichlichen SIeg Gottes gegen die Unterdrücker prägte und ein etwas aggressiveres Christentum hervorrief.
Die östlichen polytehistischen Glaubenssysteme scheinen sich hier fundamental abzugrenzen, zumindest wenn man sie etwas romantisiert betrachtet. Allerdings sind "der" Buddhismus und "der" Hinduismus ebenso sektiert und keineswegs einheitlich. Viele Vorstellungen über diese gewaltfreien Religionen sind historisch betrachtet falsch oder schlicht verfälscht um sich als Modereligion zu etablieren. So war das alte hinduistische Kastensystem durchaus Menschenverachtend und auch der Glaube selbst kennt durchaus heilige Kriege, die als Heldentaten der Götter und ihres Gefolges ausgelegt werden, die ihre Feinde in gerechter Sache erschlugen.
Auch der wahre Buddhismus ist keineswegs völlig Gewaltfrei, auch wenn das heute in etwas verklärten esoterischen Ansichten gerne in dieser idealisierten Form ausgelegt wird. Der tibetische Buddhismus war beispielsweise vom Militärismus der Yarlung Dynastie vom sechsten bis ins 9 Jahrhundert dominiert, welcher ganz Innerasien durch Gewalt, Sklaverei und Verfolgung zu einem Imperium drängen wollte. Auch im Im 17. Jahrhundert tobte ein Bürgerkrieg zwischen den Gelugpa und Kagyüpaorden, aus welchem der fünfte Dalai Lama als absoluter Monarch hervorging. EIn solches Bild ist der weit verbreiteten Vorstellung über den Buddhismus natürlich nicht zurtäglich, die Geschichte spricht aber wie so oft eine andere Sprache als die Anhänger selbst. Auch die von mir erwähnten Beispiele sind keineswegs Einzelfälle und könnten ausgeweitet werden.
Mich führt das ganze zwangsläufig zu dem Schluss dass die abrahamitischen Kirchen tatsächlich als aufsteigendes Feindbild mit einem Gewaltmonopol stilisiert werden, welches historisch als Einzelfall und Glaubensperversion so nicht existiert hat. Das soll geschichtle Greuel keineswegs abdecken, aber die Perspektiven etwas weitsichtiger stricken die glauben möchte Kriegstreiberei wäre eine Erfindung der westlichen Religionen.
Ich würde mir eine etwas differenziertere Betrachtung wünschen und bin auf eure Meinung gespannt.
Schliessen möchte ich an dieser Stelle mit einem wie ich finde passendem Zitat:
"Die Hölle das sind die anderen" (Jean-Paul Sartre).

Ps: Dies ist kein Versuch meine persönliche Meinung wiederzuspiegeln, weder als Pro oder Kontra. Ich versuche Fakten abzuwiegen study

_________________
Gnothi Seauton
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Morghaine
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BeitragThema: Re: Ist Monotheismus gewaltbereiter als Polytheismus?   30/1/2013, 12:50 pm

Ganz kurz (nachher noch ausführlicher): Meiner Meinung nach ja. Insbesondere die sogenannten FUndamentalreligionen, d.h. jene Religionen, die sich auf sogenannte Fundamentalurkunden/texte zurückführen (i.W. sind das Christentum, Judentum und Islam) haben - und das ist nicht wertend gemeint - immer die Gefahr eines intoleranten Fundamentalismus und damit verbunden auch einer Radikalisierung in sich. Das ist auch logisch....

LG
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