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 Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung

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Fufu!
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BeitragThema: Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung   23/11/2012, 12:24 pm

Ich möchte gerne thematisieren wie biegsam unsere scheinbar Konstante Wahrnehmung eigentlich ist.
Vor allem, da ich auch die Magie selbst als eine Art Realitätsschaffung betrachte, also denke ich, wäre es interessant und dem ein oder anderem vielleicht sogar nützlich, wie veränderlich sogar unsere alltägliche Wahrnehmung eigentlich ist.
Allgemein sind wir an unsere Realtät gewöhnt und denken sie könnte gar nicht anders sein, das ist jedoch weit von der Wahrheit entfernt und ich möchte dass mit einigen Beispielen verdeutlichen.

Nehmen wir zum Beispiel unsere räumliche Wahrnehmung. Es ist für uns vollkommen logisch, das wir unsere Umgebung in links und rechts, sowie oben und unten unterteilen. Mehr als das, es ist sogar schwer vorstellbar dass es überhaupt anders sein könnte. Allerdings ist diese Betrachtung nicht so konstant wie wir denken, wir sind lediglich daran gewöhnt.

Nehmen wir erst mal unsere Orientierung anhand der Unterteilung des Raumes in links und rechts, so selbstverständlich dies auf uns wirken mag, so ist auch dieser Grundstein unserer Wahrnehmung viel biegsamer als wir annehmen möchten.
Ich werde hier ein Beispiel aus der Medizin anführen, den so genannten Neglect.

Ein Neglect ist eine neurologische Aufmerksamkeitsstörrung, bei der man das Bewusstsein über eine Körperhälfte, durch eine halbseitige Schädigung des Gerhirns verliert. Ich werde dies versuchen möglichst einfach zu erklären, wenn es jemanden genauer interessiert, kann er den Begriff einfach googeln. Ich werde mich versuchen an dieser Stelle nicht im Detail zu verlieren.

Ein Neglect bewirkt kurz gefasst, dass ein Mensch eine seiner Körperhälften nicht mehr wahr nimmt, das kann jedoch auch soweit gehen, dass er das völlige Bewusstsein darüber verliert. Er vergisst kurz gesagt einfach dass es ein links gibt, wenn diese Seite betroffen ist. Er wäscht seine linke Körperhälfte nicht mehr, er rassiert und kämmt sich an dieser Hälfte nicht mehr und findet dabei sein eigenes verhalten völlig normal. Für ihn hat links aufgehört zu existieren. Er hat quasi nicht nur eine Körperhälfte sondern eine ganze körperliche Dimension verloren, so unvorstellbar uns dies erscheinen mag. Das unsere Welt in links und rechts unetrteilt ist, ist etwas dass uns unser Gehirn vorgibt. DOch wenn dieses entsprechend geschädigt ist, verschwindet diese Wahrnehmung aus unserem Bewusstsein. Solche Menschen reagieren auch nicht wenn sie von links angesprochen werden, nicht mal wenn man ihnen Schmerzen zufügt, "links" hat aufgehört zu existieren.

Es schwindet jedoch nicht "nur" die Wahrnehmung, sondern auch die gesammte Erinnerung daran. Wenn man zum Beispiel betroffene bietet einen ihnen vertrauten Ort aus ihrer Erinnerung zu beschreiben, verschwinden für sie jene Erinnerungen, die aus ihrer Perspektive der geschädigten Seite entsprechen. Es gibt schlciht und ergreifen kein "links" mehr (Wenn die linke Seite betroffen ist). Solche Leute sind auch nicht einfach nur "wahnsinnig", sondern ihre Normalität hat sich schlicht verändert, ansonsten können sie vollkommen Zuerechnungsfähig sein. Sie haben einfach den Bezug zu dieser Richtung verloren. Auch wenn sie wissen, das es sehr wohl ein links gibt. Es ist kein Teil ihrer WIrklichkeit. So selbstverständlich dass auf uns wirken mag, so sind links und rechts, doch Produkte unserers Gehirns. Unsere scheinbar konstante Wahrnehmung ist dehnbar wie Kaugummi.

Die nächste Empfindung die ich aufzählen möchte, ist jene von oben und unten. Uns erscheint es logisch das oben immer oben bleibt und unten eben unten, dem ist jedoch nicht so. Berreits beim Vorgang des Sehens, spiegelt unser Gehirn ja bereits das wahrgenommene Bild, im Prinzip steht unsere Welt Kopf, Petrus hätte seine helle Freude. xD
(Petrus ist jener Apostel mit dem berühmten Ausruf: "Nicht ich stehe auf dem Kopf sondern die Welt!", nachdem er verlangte sich kopfüber kreuzigen zu lassen.).

Es gab hier eine relativ berühmte Versuchsreihe bei der mehrere Probanden über einen längeren Zeitraum spezielle Brillen tragen mussten, welche ihre Umgebung kopfüber erscheinen lies. So desorientierend das klingen mag, so gewöhnten sie sich schlicht an diese Wahrnehmung, bis kein Unterschied mehr zu bemerken war. Die Ausrichtung des Bildes unseres Gesichtsfeldes, ist also beliebig. Anschliessen mussten sie sich wieder der Brille entwöhnen und die selbe Prozedur wiederholen. Natürlich ist dies nicht gleichzusetzen mit der Differenzierung von oben und unten, es zeigt jedoch trozdem sehr deutlich die Veränderlichkeit dieser Wahrnehmung auf.

Ein anderes sehr interessantes Beispiel, ist die Verknüpfung unseres Bewusstseins mit der Zweckgebundenheit von Gegenständen. Auch dies ist nicht selbstverständlich, wenn man hier wieder ein medizinisches Beispiel heranzieht, so ist es zum Beispiel ein Sympthom bestimmter Arten von Apraxies, Gegenstände ihrem Zweck nicht mehr zuordnen zu können. Auch solche Menschen sind im eigentlichen SInn nicht geisteskrank, versuchen sich jedoch mit der Zahnbürste die Haare zu kämen. Sie verlieren die Logik dafür und Zuordnungen schwinden. Auch all dies, was uns einleuchtend erscheint, ist für sie nicht nur vergessen, sondern nicht nachvollziehbar. Ein anders, durchaus realistisches Beispiel, wäre dass ein betroffener zum beispiel brühheißes Wasser über einen auf dem Tisch liegenden Teebeutel kippt, da ihm nicht mehr bewusst ist, wofür man eine Tasse benötigt. Dieser scheinbar simple Sinn, verliert seine Logik. Es geht also nicht nur darum dass sie den Sinn der Zahnbürste vergessen haben, sondern die Anwendung erscheint ihnen nicht mehr logisch. Unser gesammtes logisches Denken bezüglich der funktionalen Zuordnung, ist also unserem Gehirn unterworfen und nicht so selbstverständlich wie wir annehmen möchten.

Ein anderes Beispiel wäre unser Begriffliches Denken bezüglich der Sprache, oder simpel ausgedrückt, unsere Fähigkeit unsere Gedanken in Worte auszudrücken. Auch dies ist nicht so selbstverständlich wie man denkt. Ich meine hierbei nicht den blossen Verlust der Fähigkeit zu sprechen, sondern Worte und Sinn zu assoziieren. Ein Beispiel hierfür wäre die Dysarthrie, bei der Betroffene beginnen Kauderwelsch zu reden. Statt ihre Sätze aus verschiedenen Worten zu bilden, geben sie plötzlich DInge von sich wie "Dia dia dia dia, dia dia? Dia dia dia. dia dia!", was ihnen wiederum völlig normal erscheint. Sie werden sogar wütend wenn man sie nicht versteht und verlieren schlicht den Bezug zwischen Worten und Sinn. Auch diese Menschen sind nicht einfach geisteskrank, sie haben einfach nur die Logik in Bezug auf die begriffliche Assoziation von Worten verloren.

Die Beispiele wurden hier bewusst kurz gehalten, wenn sich jemand tiefer dafür interessiert, kann er sie einfach googeln, das Thema ist sehr interessant, ich möchte hier jedoch nicht zuviel ausführen, sonst sprengt das den Rahmen meiner Willigkeit zu schreiben. ^^

Bewusstsein über was auch immer, ist also nichts konstantes, sondern ein feines psychisches Gespinst, eine Orientierung auf einer bestimmten Ebene, wie ich es ausdrücken würde, die sich zu unserer gewohnten Wahrnehmung verweben und diese sind veränderlich. Selbst links und rechts sind also keine Selbstverständlichkeiten. Ebenso wie manche Menschen sich nicht vorstellen können Energien wären wahrnehmbar, das ist Spinnerei. Wahrnehmung ist jedoch biegsamer als man denkt. Oder anders gesagt...

...Wahrnehmung ist magisch und Magie ist das Bewusstsein über die Veränderlichkeit des Bewusstseins.
"Nicht der Löffel biegt sich, sondern ihr biegt euch um den Löffel", darüber sollte man sich einige Gedanken machen. Witch1

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Morghaine
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BeitragThema: Re: Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung   23/11/2012, 4:48 pm

Zitat :
...Wahrnehmung ist magisch und Magie ist das Bewusstsein über die Veränderlichkeit des Bewusstseins.

und genau das war den Menschen lange Zeit bewusst. Wir haben es bloß vergessen.

blessed be
morghaine
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BeitragThema: Re: Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung   23/11/2012, 5:43 pm

Morghaine schrieb:

und genau das war den Menschen lange Zeit bewusst. Wir haben es bloß vergessen.

blessed be
morghaine

Ich weiß zwar was du meinst und das ist völlig korrekt, mir schmeckt jedoch das Wort vergessen nicht. Auch wenn du vollkommen recht hast =)

Aber das ist kein WIssen im eigentlichen Sinn und ich habe es auch nicht gelernt oder irgendwo aufgelesen. Magie wird nicht erlernt, sondern man entwickelt ein Bewusstsein dafür. All die seltsamen DInge die man so erfahren kann, haben durchaus eine logik, so irreführend so auch anfangs oft anmuten mögen. Irgendwann findet man seine eigenen Ideen in fremden Quellen wieder, man muss keine Bücher darüber vershclingen.

Das stört mich an der heutigen Zeit wenn man denkt, Magie wird erlernt. Das stimmt so nicht und ist Geschäftemacherei.
Man entwickelt ein Bewusstsein dafür, man sieht die Dinge anders, ebenso wie ein Physiker ein besonderes Gespüre beim betrachten banaler DInge entwickelt, so prägt sich im Laufe der Zeit ein magisches Gespür. Und eben dieses ist uns wirklich abhanden gekommen.

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Morghaine
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BeitragThema: Re: Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung   23/11/2012, 8:07 pm

und genau das meine ich.
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BeitragThema: Re: Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung   23/11/2012, 8:42 pm

Ich weiß, sorry ich musste das nur hinzufügen. =)

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BeitragThema: Re: Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung   24/11/2012, 11:07 am

*lol
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BeitragThema: Re: Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung   24/11/2012, 11:49 am

Sorry, hätte ich mir auch verkneifen können. >_<

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BeitragThema: Re: Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung   26/11/2012, 9:36 pm

Zitat :
Sorry, hätte ich mir auch verkneifen können. >_<

Ach Fufu, mittlerweile können wir doch gar nicht mehr ohne dein... Dazutun! Very Happy

_________________
Liebe Grüße,
die Melina...
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BeitragThema: Re: Die Veränderlichkeit der Wahrnehmung   26/11/2012, 9:48 pm

Melina schrieb:
Ach Fufu, mittlerweile können wir doch gar nicht mehr ohne dein... Dazutun! Very Happy

Das war aber nun bewusst sehr vorsichtig ausgedrückt! *knarrende Eischollen* xD

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